Buchrezension – La Veganista – mein selbst gemachter Power-Vorrat

Keep it simple – vegan ist keine Hexerei!

 

Nein, ich bin keine großartige Köchin, und mir fehlen Zeit und Geduld für aufwändiges Kochen. Allerdings weiß ich, dass sowohl ich selbst als auch meine Hautpatienten (ich bin Heilpraktikerin mit Schwerpunkt Hauterkrankungen) sehr von der veganen Ernährung profitieren.

Neurodermitispatienten im akuten Schub empfehle ich u.a. eine zumindest zeitweise Umstellung auf vegane Kost und stoße dabei oft auf Widerstand. Die Patienten fürchten den erhöhten Aufwand und die Kosten, können sich „nicht stundenlang in die Küche stellen“ und sehen sich schon freudlos auf geschmacksneutraler Nahrung herumkauen.

Man wird in der Regel nicht von heute auf morgen zum Veganer – es ist ein Prozess. Meine Küche und auch die Praxis ist voll mit Kochbüchern, bei denen mir hinsichtlich des Aufwandes die Lust verging. Ein Spiralschneider der ersten Generation vereinsamt in meinem Küchenschrank.

Und dann kommt diese Veganista. Mitten aus dem Leben, mit einem Blog und ihren Büchern. Und ich habe ein Aha-Erlebnis nach dem anderen.

„Mein selbst gemachter Power-Vorrat – und was ich damit koche“ hat sie mir auf den Leib geschrieben. Und auch allen anderen gestressten, zeitarmen, ungeduldigen Küchennieten mit zwei linken Händen.

Die einzelnen Kapitel bauen aufeinander auf. Zu Beginn geht sie auf die Grundausstattung ein, die weder teuer noch hochpreisig ist. Vielmehr folgt sie dem Prinzip „weniger ist mehr“, und das zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch.

Im Kapitel „Tipps und Tricks aus der Vorratsküche“ zeigt sie auf zwei Seiten, wie einfach die Glasersterilisation ohne teure Geräte ist. Die aufgeführten Tipps sind ohne großen Aufwand umzusetzen und sind in ihrer Einfachheit genial.

Soweit zur Theorie und zu dem, was man tatsächlich braucht, um Vorräte sinnvoll anzulegen und Zeit zu sparen.

Die Rezepte sind nach Sparten geordnet (Süßer Vorrat, herzhafte Basics, Fast-fertig-Ideen, Kochen und Backen). Zu jedem Rezept gibt es einen wertvollen Praxis-, Tausch- oder Extratipp, mit dem man ohne großen Aufwand noch mehr aus dem Rezept herausholen, es abwandeln oder den eigenen Unverträglichkeiten entsprechend gestalten kann. Sehr sympathisch finde ich, dass sie hier ihre eigenen bewährten Erfahrungen mit einbringt.

Sämtliche Rezepte sind einfach und ohne großen Zinnober umzusetzen, sind wenig zeitintensiv und schmecken großartig. Die Autorin legt großen Wert auf den Einsatz von saisonalem Obst und Gemüse und verwendet Zutaten, die man in jedem Lebensmittel- oder Biogeschäft oder auf dem Markt erhält.

Unter „Superfoods“ versteht sie unter anderem das, was auch Oma schon kannte. Es kommen keine exotischen, industriell verarbeiteten Pülverchen oder weit gereiste Nahrungsmittel zum Einsatz. In diesem Zusammenhang empfehle ich auch einen tiefen Blick in ihr Buch „Iss Dich glücklich mit Super-Foods“

Nährwertangaben sind genauso erfasst wie die Zubereitungszeit. Großartige Fotos und eine Illustration mit Zeichnungen in zarten Farben runden dieses Buch ab.

Mein Fazit: ein wertvolles, praxisnahes Kochbuch für jeden Anfänger, der den Kick zum Durchstarten braucht und auch für Fortgeschrittene, die ihre Vorratshaltung und die Gestaltung des Speiseplanes optimieren wollen. NIcole Just zeigt mit viel Liebe, dass vegane UND gesunde Ernährung ohne viel Aufwand umzusetzen ist. Ein Buch, welches man nicht nur zum Kochen gern herausholt!

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